APRIL.Bieter

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Hier ist mehr zu den potenziellen Bewerbern um die SWL-Anteile zusammengetragen.

Zum Ergebnis des Bieterverfahrens

Obwohl die notariellen Verträge weiter unter Verschluss gehalten werden und nur den Stadträten und von ihnen autorisierten Gutachtern gegen eine Verschwiegenheitserklärung zugänglich sind, sickern immer mehr Details an die Öffentlichkeit.


  • Die LVZ macht die Punktbewertung und Kaufpreise der vier Bieter öffentlich. LVV-Chef Klein betont, dass das Bewertungsschema von Anfang an feststand und widersprach damit der Spekulation, dass es extra passend für Gaz de France gemacht worden sei. Nach Einschätzung von KPMG hätte Veolia am besten zu den Stadtwerken gepasst. (Quelle: LVZ, 15.12.2007)
                A    B     C     D     E
Gaz de France  520  56.5  16.5   6.0  79.0
Electrabel     470  44.3  19.0  12.0  75.3
EnBW           425  24.7  11.0   8.0  43.7
Veolia         375   8.5  19.5  13.0  41.0

A = Kaufpreis in Mill. Euro, B = Punkte f. Kaufpreis (max. 60), C = Punkte f. Passfähigkeit zur Strategie der Stadtwerke (max. 25), D = Punkte f. Stärkung des Standorts Leipzig (max. 15), E = Summe der Punkte (max. 100)

  • In einem Rechtsgutachten für die CDU-Fraktion, das auf "verschlungenen Wegen" an die Öffentlichkeit gelangt sei, wird festgestellt, dass die vertraglich fixierten Zusagen von GdF in vielen Fällen "wachsweich" und kaum einklagbar seien. (Quelle: LVZ, 17.01.2008)
    • 3.5 Mrd. TWh Gas "zu Konditionen, die im GdF-Konzern üblich seien"
    • Beratung und Know-How-Transfer gegen "Vergütung zu marktüblichen Preises".
    • Unterstützung bei der Entwicklung des Energiegroßhandels durch Personal, welches "in regelmäßigen Abständen" in Leipzig ist.
    • Änderung des Gesellschaftervertrags, dass wichtige Beschlüsse mit 2/3-Mehrheit statt wie bisher mit 3/4-Mehrheit zustande kommen müssen. Zusammen mit einer Put-Option über weitere 25% der SWL-Anteile kann GdF so schnell die Stadtwerke ganz übernehmen und dort ohne Anhörung der Stadt schalten und walten.
    • Auch der steuerliche Querverbund zur Finanzierung des LVB-Defizits wird in Frage gestellt, da über eine allgemeine Verpflichtungsklausel dazu nichts weiter festgelegt ist.

EHS

Energie Holding Sachsen.

  • Strategische Beteiligungsgesellschaft zum Auf- und Ausbau von Investitionen in die deutsche und internationale Energiewirtschaft
  • Viktor Vekselberg hält über die Renova-Tochter Avelar 50% der Anteile
  • GF: Ralf-Dieter Montag-Girmes.

  • In einer zweiseitigen Anzeige im Leipziger Amtsblatt stellt die EHS ihr Profil dar. Die Gesellschafter (u.a. Transnefteservice, führender Stromgroßhändler auf dem liberalisierten russischen Markt) kommen aus Deutschland, der Schweiz und Russland und sind rund um die ARQ-Leipzig (im Titel: ARQ Moskau, Leipzig, Zypern) aufgestellt. ARQ-Leipzig ging aus der gleichnamigen 1998 gegründeten Investmentbank hervor und ist in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Exportfinanzierung, Immobilienverwaltung, Unternehmensberatung im Bereich Energiewirtschaft, Maschinenbau, zivile Luftfahrt tätig. Größter Teilhaber ist die Avelar Energy aus der Beteiligungsgruppe Renova mit Sitz in Zürich. Als einer der Betätigungsschwerpunkte wird der Ausbau regenerativer Energieerzeugung und Erhöhung der Energieeffizienz genannt, der von Unterstützung wissenschaftlicher Forschung über Ausbildung von Fachkräften bis zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft reicht. Sponsor der Leipziger Eishockeymannschaft Blue Lions. (Quelle: Leipziger Amtsblatt, 21.07.2007)
  • Vor einigen Monaten gegründete Beteiligungsgesellschaft im Rahmen der Renova-Gruppe. Bei Zuschlag ist die Integration der SWL in Avelar als integrierten Energieanbieter in Westeuropa und der Ausbau von Leipzig als Zentrum der Energietätigkeit sowie als Sprungbrett nach Mittel- und Osteuropa vorgesehen. Die Firmengruppe besitzt den größten privaten Energieanbieter in Russland. Als weiterer Berater dabei ist auch Thomas Bohrer-Fielding (Verwaltungsrat des russischen Konzerns Renova, skandalumwitterter ehemaliger Schweizer Botschafter in Berlin). (Quelle: LVZ, 26.05.2007)
  • Die SWL sind auch im Visier des russischen Oligarchen Victor Wechselberg, der sich über ein Engagement vor allem den Einstieg in den mitteleuropäischen Markt verspricht. Bei einem Zuschlag würde das europäische Engagement der SWL ausgebaut und nicht zurückgefahren, wie bei "klassischen Investoren" wie RWE oder Veolia zu erwarten. Die Offerte wird von Ralf-Dieter Montag-Girmes, dem Hauptgesellschafter der auf Ost-West-Finanzierungen spezialisierten Finanzberatungsgesellschaft ARQ, vertreten. Er hat zwei weitere potenzielle Bieter auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht - Alfred Koch und Alexander Rubanow, denen die russische Stromgroßhandelsgesellschaft Transnefteservis (1.4 Mrd. Dollar Umsatz und 100 Mill. Dollar Gewinn) gehört. (Quelle: LVZ, 10.2.2007)

Electrabel

Gehört zur Suez-Gruppe, http://www.suez.com, die im September 2007 ihre Fusion mit Gaz de France bekanntgegeben hat.

Suez:

  • Umsatz: 44.3 Mrd. Euro, 140000 Mitarbeiter weltweit

EnBW

http://www.enbwfuerleipzig.de

  • EnBW meldet Interesse an LVV-Anteilen and und ist zu diesem Zweck ein Bündnis mit dem britischen Verkehrsdienstleister Arriva eingegangen. Arriva ist eines der großen Transportunternehmen in Europa mit Sitz im britischen Sunderland. Arriva hat 34000 Beschäftigte und befördert jährlich etwa 1 Mrd. Passagiere, vor allem in Großbritannien, Tschechien, Italien, Spanien, Niederlande, Portugal, Dänemark. In Deutschland ist das Unternehmen mit 2700 Mitarbeitern seit 2004 auf verschiedenen Regionalstrecken aktiv. (Quelle: LVZ, 19.07.2007)
  • EnBW fragt nach. Am 20.6. fand die erste Leipziger EnBW Gesprächsrunde zum Thema "Wege zum Wachstum - Stadtwerke zwischen Expansionskurs und und Daseinsvorsorge" statt. (Quelle: Anzeige in der LVZ, 29.06.2007)
  • EnBW-Manager Claassen: EnBW will definitiv ein Angebot abgeben und versteht beide Seiten als strategischer Partner, die sich in Region, Deutschland, Europa engagieren - EnBW in der Region Ba-Wü, SWL in der Region Sachsen. EnBW war zum Zeitpunkt des Einstiegs von Claassen ein Sanierungsfall und steht heute gut da. Die SWL sind heute schon gut aufgestellt und können so nur noch besser werden. EnBW könnte dabei vor allem den Zugang zu Kraftwerkskapazitäten bieten. EnBW verweist auf ähnliche Engagements an den SW Düsseldorf, wo sie heute die Mehrheit haben, und immer ein gutes Verhältnis zur Arbeitnehmerschaft. Quelle: LVZ, 06.11.2006

EWE

  • EWE hat unabhängig von der Bietergemeinschaft VNG/SachsenLB ein eigenes Angebot abgegeben, was zu erheblichen Zerwürfnissen in den Aufsichtsgremien der VNG geführt hat. Ein Einstieg bei SWL würde Zugriff auf deren 5.5% VNG-Anteile gewähren und so die Mehrheitsverhältnisse bei VNG zugunsten EWE festigen. (Quelle: LVZ, 18.05.2007)

Gaz de France

Das beste Angebot im Bieterverfahren hat Gaz de France abgegeben, die sich nach einer Elefantenhochzeit mit Suez derzeit in einem Fusionprozess mit Electrabel befinden.


Zitat: "GDF SUEZ : ENTSTEHUNG EINES WELTWEIT FÜHRENDEN ENERGIEKONZERNS": aus

http://www.gazdefrance.de/content/infothek/mitteilungen/120.php


Suez und Gaz de France fusionieren - Frankreich bekommt neuen Energie-Riesen:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/meldung131426.html


Derzeitige Entwicklungen:

Nach der Ankündigung von „Gaz de France“, die Preise um 6,1 Prozent anheben zu wollen, hat Premierminister François Fillon ein Machtwort gesprochen. „Vier Prozent und keinen Cent mehr“ hieß es aus Paris. In Deutschland, wo das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung nach der letzten Preissteigerung im Herbst ab Frühjahr 2008 sogar mit 20 Prozent mehr für Strom und Gas rechnet, gehen die Verbraucher auf die Barrikaden.

http://www.tageblatt.lu/edition/article.asp?ArticleId=10613

Gazprom

  • Pläne für den Einstieg ins Endkundengeschäft in Deutschland liegen vorerst auf Eis. (Quelle: LVZ, 25.04.2007)
  • Gazprom zeigt Interesse an den SWL und hat bereits erste Gespräche geführt. Neben Gazprom denken auch die Energiekonzenre Vattenfall, EnBW und Véolia ernsthaft über eine Beteiligung an den Stadtwerken nach. Quelle: LVZ, 16.10.2006

H/H-Capital-Management

auch als Stadtwerke-Fonds bezeichnet (?)

  • Eine in Luxemburg residierende Fondsgesellschaft, die von den Landesbanken Hessen und Thüringen initiiert wurde und über 500 Mill. Eigenkapital verfügt. Möchte einen von den Stromkonzernen unabhängigen Stadtwerkeverbund aufbauen. Angestrebt wird eine angemessene Kapitalrendite im mittleren einstelligen Bereich. (Quelle: LVZ, 09.05.2007)
  • GF: Alexander Heckmann

MVV

Mannheimer Verbund - eine mitterweile AG, die aus dem Zusammenschluss kommunaler Stadtwerke mit den Stadtwerken Mannheim als Kern entstanden ist.

  • Die MVV sind eine interessante Alternative zu Großkonzernen und Finanzinvestoren. Das mehrheitlich kommunale, an der Börse notierte Versorgungs-Unternehmen, in dem die Stadt Mannheim Großaktionär mit 66% ist, hält Anteile von 49,9% und mehr an Stadtwerken in Ingolstadt, Solingen, Offenbach, Kiel und will auf diesem Wege auch in Zukunft wachsen. (Quelle: LVZ, 15.11.2006)

Vattenfall

  • Interview mit Vattenfall-Chef Klaus Rauscher: Sollten wir den Zuschlag erhalten, dann werden wir in Leipzig sogar wichtige Funktionen unseres Konzerns ansiedeln. Ostdeutschland ist unser Kernmarkt und Leipzig eine wichtige Großstadt. Die SWL würden in ihrer Eigenständigkeit bestehen bleibe, so dass auch eine Minderheitsbeteiligung für uns interessant ist. Synergien werden erwartet durch gute Aufstellung der SWL im Endkundengeschäft sowie Ergänzungen im Polen-Engagement. Weiter betreiben wir das Kraftwerk Lippendorf und vergeben jährlich Aufträge in Höhe von 50 Mill. Euro in die Region. Das zeigt unsere enge Bindung an die Region. An einer weitergehenden Übernahme von Anteilen an KWL und LVB besteht kein Interesse; aber dafür fände sich ein Partner. Am SWL-Engagement in erneuerbaren Energien sind wir interesserit, aber das Braunkohlegeschäft ist das Rückgrat unserer Produktion. Wir arbeiten dabei an CO2-freien Kraftwerkslösungen. Dabei sind technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen zu lösen. Braunkohle ist ein subventionsfreier Energieträger, der im Osten in großem Umfang vorhanden ist. (Quelle: LVZ, 15.05.2007)

Veolia

http://www.veolia-stadtwerke.de

  • Veolia weist in einer 1/4-seitigen LVZ-Anzeige auf die eigenen Kompetenzen in den Bereichen Naturschutz, Klimaschutz, Umweltschutz sowie Engagement als Stadtwerkepartner in Braunschweig, Görlitz und Weißwasser hin. "Mit einem neuartigen Kooperationsmodell bieten wir Stadtwerken an, 'eine unabhängige, eigenständige Position' [im Original fett] in der Stromerzeugung aufzubauen." (Quelle: Anzeige in der LVZ, 30.06.2007)
  • Veolia bewirbt sich um SWL-Anteile und verspricht sich damit eine deutliche Stärkung seines Engagements in Deutschland. (Quelle: LVZ, 25.04.2007)
  • Veolia präsentiert auf der Essener Energie-Messe seine Stadtwerke-Partnerschaften in Braunschweig, Görlitz und Weißwasser, wo sie jeweils Mehrheitsgesellschafterin ist. Veolia sei die einzige Unternehmensgruppe, welche die komplette für Stadtwerke erforderliche Leistungspalette anbiete. (Quelle: LVZ, 7.2.2007)
  • Nach den Energieriesen EnBW, Vattenfall, Gazprom und MVV zeigt jetzt auch der französische Versorgungskonzern Veolia Interesse an den Anteilen der SWL. (Quelle: LVZ, 17.11.2006)
  • Die Veolia Environnement SA, Paris, will sich an den Stadtwerken Leipzig beteiligen. Der französische Konzern habe über seine Deutschland-Tochter Veolia Wasser bereits Vorgespräche in Leipzig geführt, erfuhr der bei Dow Jones erscheindende Newsletter "Dow Jones Energy Daily" von einer mit den Vorgängen vertrauten Person. (Quelle: Dow Jones Newswires, 06.11.2006)
  • Privater Nahverkehr - Als erste Großstadt trennt sich Pforzheim von seinen Verkehrsbetrieben - Michael Kläsgen in Süddeutsche Zeitung 08.08.06 (S. 17): bei APRIL

VNG und SachsenLB

  • EWE als Hauptanteilseigner an der VNG hat unabhängig von der Bietergemeinschaft VNG/SachsenLB ein eigenes Angebot abgegeben, was zu erheblichen Zerwürfnissen in den Aufsichtsgremien der VNG geführt hat. Hintergrund ist ein Machtkampf um strategischen Einfluss in der VNG zwischen EWE und Wintershall. (Quelle: LVZ, 18.05.2007)
  • VNG und SachsenLB haben sich zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen und würden im Fall des Zuschlags ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, welches den Partnern zu gleichen Teilen gehört. Das Projekt wird auch von EWE, dem VNG-Hauptaktionär, unterstützt. VNG ist eines der größten ostdeutschen Unternehmen und hat seinen Firmensitz in Leipzig, ebenso die Sachsen LB. Beim Zuschlag wird ein Energie-Cluster (flexibles Netzwerk aus Firmen der Branche) entstehen, das der Region vielfältige Entwicklungsimpluse zu geben vermag. Auch im Polen-Geschäft könnte die VNG stabilisieredn wirken, da sie dort inzwischen das stärkste private Gasunternehmen sei. Die Sachsen LB ist auch stark im Bereich der Finanzierung alternativer Energien, insbesondere Solarstrom engagiert. (Quelle: LVZ, 14.05.2007)
  • LVV-Geschäftsführer Klein sitzt ab Mai 2007 im Aufsichtsrat der VNG. (Quelle: LVZ, 07.03.2007)
  • Ein Bieterkonsortium von VNG zusammen mit der SachsenLB ist im Gespräch. Bei einem Zuschlag blieben die Stadtwerke weitgehend in sächsischer Hand. (Quelle: LVZ, 11.05.2007)