APRIL.Ausschreibung

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Das Privatisierungsverfahren wird von Leif Zierz (KPMG) betreut.

Aus dem Text der Ausschreibung

Stadt Leipzig ist über die LVV Alleingesellschafterin der SWL.

SWL Geschäftsjahr 2006:

  • Umsatz 1743 Mill. Euro
  • Ergebnis 54 Mill. Euro
  • 2422 Mitarbeiter

Kernbereiche:

  • Strom-, Gas- und Fernwärmreversorgung in Leipzig
  • Energieeinzelhandel bundesweit mit dem Fokus Großkunden (0.1 bis 10 GWh pro Jahr)
  • Energiegroßhandel an kleine und mittlere Weiterverteiler, große Industriekunden und Energiegroßhändler ab 50 GWh pro Jahr, Trading, Liefermanagement
  • Aufbau von Erzeugungskapazitäten und Betrieb dezentraler, konventioneller und regenerativer Kraftwerke auf Verbrennungsbasis zur Erzeugung von Strom und Fernwärme
  • Angebot energienaher Dienstleistungen wie Contracting für die Multi-Utility-Versorgung mit Nutzmedien, internationales Consulting und Ingenieurdienstleistungen
  • Auftritt als Multi-Utility-Dienstleister in der Region Pommern, insbesondere Betrieb der Fernwärmeversorgung Gdansk, Tczew, Starogard Gdanski über verschiedene Tochtergesellschaften

SWL ist Alleingesellschafter der

  • HL-komm Telekommunikations GmbH
    • Geschäftsbereiche: Sprache, Internet, Bandbreite, Kabelnetz-TV/Reseller
    • Umsatz 2006: 27 Mill. Euro
    • Ergebnis 2006: 4 Mill. Euro
  • Perdata Gesellschaft für Informationsverarbeitung GmbH
    • betreibt Rechenzentren
    • Umsatz 2006: 20 Mill. Euro
    • Ergebnis 2006: 2 Mill. Euro

LVV ist Alleingesellschafterin der LVB, mit 74.7% an den KWL beteiligt und prüft die Übernahme weiterer Infrastrukturunternehmen der Stadt Leipzig. Auf der Basis des Stadtratsbeschlusses vom 15.11.2006 ist der Ausbau der LVV zu einem kommunalen Mischkonzern vorgesehen, an dem weitere private Partner beteiligt serden sollen. ... Tracking-Stock ist explizit festgeschrieben

Ziele der Beteiligung privater Partner an der SWL:

  • Erzielung eines angemessenen Verkaufspreises
  • Partner soll die aktuelle Strategie der SWL unterstützen und zu deren Umsetzung konkret beitragen
  • Partner sollte keine konfliktären Interessen verfolgen
  • SWL ist als eigenständiges Unternehmen mit allen wesentlichen Funktionen am Standort Leipzig zu erhalten
  • Stärkung des Wirtschaftsstandorts Leipzig
  • Erhöhung der regionalen Wertschöpfung
  • Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze
  • Sicherung des steuerlichen zur Finanzierung des ÖPNV
  • Erhalt der dargestellten Option zur Teilprivatisierung der LVV

Der Wert der verbleibenden Anteile der LVV an der SWL soll durch eine Put-Option gesichert und die Umsetzung der vertraglichen Vereinbarungen mit dem Investor durch Rückfallklauseln und Call-Optionen abgesichert werden.

Die genannten Ziele stellen die für die Auswahl des besten Angebots maßgeblichen Zuschlagskriterien und Mindestanforderungen dar, die in der nächsten Verfahrensphase weiter detailliert werden.

Stadt Leipzig und LVV behalten sich vor, die Beteiligungen an der HL-komm und der Perdata aus dem Veräußerungsprozess herauszunehmen.

Abgabe von Angeboten in Schriftform bis zum 14.5.2007 an das von der LVV beauftragte Unternehmen KPMG mit folgenden Aussagen:

  • Darstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Interessenten
  • Darstellung des mit dem Erwerb der Beteiligung verbundenen Konzepts und der Kompatibilität mit den genannten Zielstellungen
  • Detaillierte Darstellung, ob und inwieweit der Interessent bereit und in der Lage ist, die dargestellte Strategie der SWL mit ihren Kerninhalten uneingeschränkt zu unterstützen, welche Konfliktliniern mit anderen Konzernaktivitäten bestehen und zu welchen Maßnahmen der Interessent grundsätzlich bereit ist, um etwaige Interessenkonflikte zu beseitigen oder abzumildern.

Es ist genau anzugeben, welches Unternehmen sich im Erfolgsfall an der SWL beteiligen wird. Die Aussagen sind möglichst für dieses Unternehmen sowie für diejenigen Unternehmen, die gegebenenfalls zusätzlich wesentliche Pflichten aus den abzuschließenden Verträgen übernehmen sollen und für den Gesamtkonzern vorzulegen.

Stadt Leipzig und LVV wählen aus dem Kreis der Interessenten Bewerber für die zweite Phase aus und teilt diesen in einem Verfahrensbrief den Ablauf des weiteren strukturierten Bieterverfahrens mit.

Stadt Leipzig und LVV behalten sich ausdrücklich vor, das Bieterverfahren in jeden Stadium zu beenden. Die Entscheidung über das Ergebnis des Verfahrens steht unter dem Zustimmungsvorbehalt der Ratsversammlung der Stadt Leipzig. Die Kosten des Verfahrens hat jeder Bieter selbst zu tragen.


Die Bedingungen der Stadt Leipzig

Das Bieterverfahren startete am 23.4.2007 mit entsprechenden Anzeigen in der Presse. Ein Kaufpreis von 300 bis 350 Mill. Euro sei durchaus zu erzielen.

Bedingungen der Stadt: (Quelle: LVZ, 11.04.2007)

  • SWL bleibt als eigenständiges Unternehmen mit allen wichtigen Kernbereichen erhalten.
  • Auch das Polen-Engagement der SWL soll weitergeführt werden.
  • Der Bieter soll eigene Erzeugungskapazitäten in Höhe von bis zu 100 MW einbringen.

Im Magazin "Energie plus" (2/2007, Redaktionsschluss 25.4.2007) der SWL nimmt OBM Jung noch einmal zu den Privatisierungsplänen Stellung und nennt drei zentrale Gründe:

  • strategische Herausforderungen: globale Entwicklungen im Rohstoff- und Energiemarkt, wettbewerbliche Regelungen der EU, angekündigte Eingriffe der Regulierungsbehörde
  • finanzwirtschaftliche Restriktionen: Überdurchschnittliche Verschuldung der Stadt Leipzig sowie ausgereichte Bürgschaften und Altfehlbeträge
  • rechtliche Vorgaben: Auflagen des RP zur Haushaltssanierung

OBM Jung weiter: Das verbleibende Eigentum - und über dessen Verwendung und strategische Behandlung behalten wir mit unserer Mehrheit an den SWL die Zügel in der Hand - wird mit einem strategischen Partner fit für die Herausforderungen der Zukunft gemacht. Der potenzielle Partner muss die aktuelle, auf Wachstum ausgerichtete Strategie der SWL mittragen. So gehört zu den Kernelementen, zu deren Unterstützung sich der Erwerber verpflichten muss, der Ausbau der Erzeugungskapazitäten zur weiteren Stützung der Handelsaktivitäten und die Fortführung der Aktivitäten in Polen. Wir müssen expandieren, um nicht selbst Arbeit und Geld zu verlieren. Für die Leipziger wird der Erfolg dieser Strategie in einigen Jahren durch im bundesweiten Vergleich günstige Preise für Strom und Gas, eine gewachsene Zahl an Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie ein gestiegenes Auftragsvolumen für die Handwerker und KMU der Region deutlich.

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