MINT.2019-04-24

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24.04.2019 - Arbeitstreffen des MINT-Netzwerks Leipzig

Arbeitstreffen des MINT-Netzwerks, 15:00 Uhr, Paulinum, Augustusplatz 10, Raum P-702

Dabei: Anett Gräbe (RRZ), Prof. Hans-Gert Gräbe (ZAK, Uni), Jana Gregor (MPI MIS), Prof. Sven Hofmann (Uni), Andreas Koch (kids code), Markus Kotte (LJBW), Tino Meißner (Inspirata), Gerd Neudert (IT Mitteldeutschland)

Notizen

Tino Meißner berichtete über die aktuellen Entwicklungen in der Inspirata. Mit entsprechenden Beschlüssen zum Haushalt 2019 und 2020 der Stadt Leipzig wird die Förderung der Inspirata auf eine institutionelle Grundlage gestellt, nachdem in den Vorjahren regelmäßig Mittel aus dem Jugendhilfe-Etat in deutlich geringerem Umfang ausgereicht wurden. Mit den neuen Mitteln ist es möglich - wenigstens für die nächsten zwei Jahre - das Büro um eine pädagogische Fachkraft aufzustocken, die sich um die Weiterentwicklung der Angebotsstruktur der Inspirata kümmern kann.

Zum Hintergrund:

  • Mit großer Mehrheit wurde in der Ratsversammlung am 30.01.2019 die Vorlage VI-HP-07161 "Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildungseinrichtung INSPIRATA e. V." der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen als Änderung zum HH-Planentwurf beschlossen. Darin heißt es (Details im ALLRIS)
Die mathematisch-naturwissenschaftliche Bildungseinrichtung INSPIRATA e. V. wird durch die Stadt Leipzig institutionell gefördert. Die Zuwendung wird als Festbetragsfinanzierung gewährt und beträgt in 2019 und 2020 jeweils 200.000 EUR. Das Zuwendungsverfahren richtet sich nach der "Rahmenrichtlinie zur Vergabe von Zuwendungen der Stadt Leipzig an außerhalb der Stadtverwaltung stehende Stellen ... Im Haushalt 2019 und 2020 werden zusätzliche Mittel i. H. v. jeweils 100.000 EUR bereitgestellt.
  • Tino Meißner betont, dass dies ein erfreuliches Ergebnis langjähriger Arbeit der Unterstützer der Inspirata im lokal-politischen Umfeld ist, auch wenn aktuell noch nicht klar zu sehen ist, wie die Verwaltung diese Vorgaben genau umsetzen wird.

Prof. Sven Hofmann stellte sich vor, der seit einiger Zeit eine Juniorprofessur zur Didaktik der Informatik an der Universität Leipzig besetzt und dort begonnen hat, die Lehramtsausbildung in diesem Fach neu zu strukturieren. Er möchte diese Ausbildung mit eigenen Reformbestrebungen der Informatik-Ausbildung an Schulen verbinden. Insbesondere berichtete Prof. Hofmann über die Bemühungen, in Sachsen Gymnasien und Oberschulen mit verstärktem Informatik-Unterricht (IT-Schulen) zu etablieren. In einem Schulversuch soll an ausgewählten Standorten (aktuell Gymnasium Pieschen in Dresden und das Taro-Gymnasium in Leipzig) ein gymnasialer Leistungskurs Informatik erprobt werden. Ähnliche Pläne werden auch in Richtung IT-Oberschulen verfolgt.

Aktuelle Entwicklungen im MINT-Netzwerk

  • Prof. Gräbe erläutert zunächst noch einmal unser seit mehreren Jahren verfolgtes Konzept, MINT und BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) zusammenzudenken, Leipzig im Bereich der außerschulischen Bildungseinrichtungen zu einer MINT- und BNE-Region zu entwickeln und dabei die Rolle der Zukunftsakademie als regionaler Koordinierungseinrichtung zu stärken. Dies war auch der Kern unseres Antrags "Digital Skills" auf eine Ausschreibung von Stifterverband und Körberstiftung, der aber die Jury leider nicht überzeugt hat.
  • Insbesondere der BNE-Diskurs, in dem gerade ein Nationaler Aktionsplan sowie auf sächsischer Ebene eine Landesstrategie beschlossen worden sind, zeigt einen deutlichen Fokuswechsel, indem Nachhaltigkeit nun stärker mit Zukunftsfragen identifiziert wird, wobei allerdings die Diskurse um das Thema MINT und das Thema BNE weitgehend disjunkt und in unterschiedlichen Diskursräumen geführt werden. Auch wenn man sehr verwandte Themen bearbeitet - man kennt sich nicht und hat auch wenig Gelegenheit, dies zu ändern. Deshalb spielte in unserem Antrag das Konzept der zu öffnenden Sichtachsen eine wichtige Rolle, das aber nur angegangen werden kann, wenn die für eine solche Vernetzungsorganisation erforderlichen personellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Mit einem abgespeckten Antrag haben wir uns deshalb an der Ausschreibung des Mitmach-Fonds Sachsen beteiligt.
  • An die ZAK wurde von der Stadtverwaltung die Frage herangetragen, ob Schulen beider Erarbeitung von Digitalisierungsstrategien unterstützt werden können. Nach Rückkopplung mit dem MINT-Netzwerk und Prof. Hofmann stehen entsprechende Erfahrungen und konzeptionelle Grundlagen zur Verfügung, so dass nun ausgelotet wird, welche Ressourcen für die Aufgaben seitens der Stadt zur Verfügung stehen.

Mögliche Zusammenarbeitsszenarien mit IT Mitteldeutschland.

  • Herr Neudert betont, dass sich das Cluster IT Mitteldeutschland als Industrieverband mit der Veranstaltung "Digitale Schule" am 10.04. für eine stärkere Vernetzung mit Partnern aus dem Bildungsbereich engagiert. In dem sehr intensiven Austausch wurde deutlich, dass man noch viel über die jeweilige Einbindung in Handlungszwänge lernen müsse, aber andererseits wurde ein hohes Synergiepotenzial sichtbar. Am Cluster beteiligte Unternehmen sehen vor allem Potenzial für die Unterstützung konkreter Projekte, als Cluster selbst könne man auch sein Gewicht in die Wagschale werfen, wenn es um die politische Begleitung von Vorhaben gehe.
  • Auch wenn das Cluster "Mitteldeutschland" heißt, so kommen die meisten Unternehmen aus dem Raum Halle-Leipzig-Merseburg und entsprechend ergeben sich auch die Schwerpunkte des Handelns. Die lokalen und landesweiten Handlungsbedingungen sind so unterschiedlich, dass sich kaum übergreifende Projekte realisieren lassen. Im Zentrum steht die Fachkräftefrage auf drei unterschiedlichen Ebenen - (vorhandene Kräfte) binden, (neue Kräfte) finden, (Potenzial) entwickeln. Besonders der letztere Punkt gewinnt an Bedeutung, indem etwa Schulen unterstützt werden. Mit einem gemeinsamen Projekt mit der Stadt wurde ein GTA-Konzept für den Robotik-Einsatz im Ganztagsbereich entwickelt.
  • In dem Zusammenhang wird auch noch einmal über aktuelle Aktivitäten der IHK zur MINT-Förderung gesprochen.
    • Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig hat ein mit 100.000 Euro ausgestattetes Schulprojekt "Robotik im Schulalltag" gestartet. Im Rahmen des Projektes stellt die IHK den Schulen in der Region Leipzig etwa 150 Roboter-Bausätze für den Einstieg in Robotik-Angebote zur Verfügung.
    • Außerdem werden Schulen bei der Qualifizierung von Robotik-Kursleitern unterstützt und insbesondere Schulen aus den Landkreisen bei Fahrtkosten für den Besuch auswärtiger MINT-Angebote bezuschusst. Bewerben können sich alle Schulen aus der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen unabhängig von Schulart und Trägerschaft. Ziel der IHK-Initiative ist es, Robotik-Angebote in den Schulalltag zu integrieren, um Schülerinnen und Schüler in der Wirtschaftsregion Leipzig für Elektronik, Technik, Mechanik und Programmierung zu begeistern.
  • Prof. Gräbe betont, dass es wichtig ist, mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen, wozu man sie aber erst einmal kennen muss. Nach entsprechenden Broschüren zur MINT- und Umweltbildung in 2012, 2014 und 2016 sowie einer im Kontext der Zukunftsakademie entstandenen Digitalisierten Version ist mit der Akteursdatenbank der Zukunftsakademie eine (regionale) Sichtbarkeitsinfrastruktur im Aufbau, an der sich Akteure sowohl aus dem Bereich BNE als auch ḾINT beteiligen. Mit aktuell über 270 Akteuren geht die Plattform weit über das hinaus, was bisher erreicht werden konnte. Die Informationen können überdies über eine API ausgelesen und damit relevante Teile in eigene Webprojekte eingebunden werden (wie dies aktuell beim ZAK.Zukunftsdiplom geschieht).

Anett Gräbe berichtet über die aktuellen Entwicklungen um das Roberta-Regio-Zentrum.

  • Nachdem zunächst unklar war, ob die Anstellungen der beiden Projektkräfte überhaupt über Ende Februar 2019 hinaus verlängert werden können, stehen nun Gelder der FKA Stadt Leipzig zur Verfügung, mit denen die bestehenden Projektstellen zunächst bis Ende August 2019 verlängert werden konnten. Aktuell gibt es fortgeschrittene Gespräche mit der FKA Nordsachsen über weitere Mittel und wohl auch weiterhin Überlegungen, das RRZ durch Mittel auf Landesebene zu profilieren.
  • Die IHK-Aktion bescherte eine große Nachfrage nach Teacher-Kursen, die mit Blick auf fehlende regionale Qualifikationen von der Bonner Zentrale durchgeführt werden. Zur Finanzierung dieser Kurse sind weitere Projektmittel gebunden.

Prof. Gräbe berichtete weiter kurz zum Stand der Vorbereitung des Zukunftsdiploms der ZAK in diesem Jahr.

  • Das Zukunftsdiplom wird über einen längeren Zeitraum (ab Anfang Mai bis Ende August 2019) und nicht mehr in Kopplung mit dem Ferienpass durchgeführt. Die Erfassung der Teilnahme erfolgt über einen Zukunftspass, in welchem die Anbieter die Teilnahme an einzelnen Angeboten vermerken. Entsprechende Zukunftspässe sind in der Vorbereitung und sollen durch die Anbieter an solche Teilnehmer mit ausgegeben werden, die noch keinen Zukunftspass besitzen.
  • Angebote werden über die Akteursdatenbank erfasst, wozu sich
    • ein Anbieter ggf. zunächst als Akteur an der Datenbank registrieren muss,
    • um dann sein Angebot oder seine Angebote als Bildungsangebot ebenda einzugeben und dieses mit dem Goal "Zukunfts-Diplom" zu markieren.
  • Die Angebote werden aktuell über die API der Anbieterdatenbank auf einer Webseite zusammengefasst. Ein paar prinzipielle Fragen sind noch zu klären.

Aus der Leipziger Agendagruppe wurde in den letzten Monaten das Forum Nachhaltiges Leipzig. Die zentralen Themen laut Webseite sind (noch immer) stark auf ein spezifisches Nachhaltigkeitsverständnis fokussiert, in dem MINT und Digitalisierung als wichtige Zukunftstechnologien im Prinzip nicht vorkommt. Im Sinne einer weiteren Vertiefung der Synergien wäre es wichtig, in diesem Prozess die "MINT-Stimme" etwas deutlicher zur Geltung zu bringen.

  • Am 13. Juni 2019 wird das diesjährige Forum Nachhaltiges Leipzig stattfinden. Dazu laden wir interessante Projekte und Initiativen ein, ihre Aktivitäten im Rahmen unserer Schwerpunktthemen
    • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE),
    • Ernährung /Landwirtschaft,
    • Klimaschutz
    • Fairer Handel und
    • nachhaltiges Wirtschaften
  • Projekte, die noch nicht ausdrücklich zur Präsentation eingeladen wurden, können uns gern auch für eine Kurzpräsentation anfragen. Wir sollten überlegen, ob wir mit einem MINT-Thema dort präsent sein können. Dazu müsste ein entsprechendes Angebot bis Ende April abgegeben werden.